Ein Städtchen mitten im Klettgau, Neunkirch, bewohnt von
ehrbaren, wohlhabenden Bürgern. Dort lebt und haust unter
anderen die Sippe der Meiers. Wie viele Leute damals, schläft
Meier und seine Sippschaft auf Stroh, Heu oder Laub.
Der trockene Sommer ist vorüber, Heu und Stroh sind rar
und reichen kaum über den Winter für das liebe Vieh.
Spätherbst, prächtig steigt die Sonne über dem
Hämming und verkündet einen grossartigen Tag. Meiers
Sippenältester erhebt sich vom dünn gewordenen Laubsack,
streckt die steifen Knochen und verkündet: "Laubtag
ist's heute". Alsbald zieht die ganze Sippe mit Männlein
und Weiblein hinauf über den Hasenberg zum lauben. Am Südfuss
der Pfafferhalde hat sich schönes, trockenes Laub angesammelt.
Herrlich nun können wir unsere Laubsäcke fest füllen,
so denken Meiers. Alle raffen eifrig grosse Haufen.
Der kleine Johannes, ein ganz werchiger Knabe, wagt sich weit
ins Tal hinab und scharrt mit seinem Rechen den grössten
Haufen schönstes Laub zusammen. Auf einmal, - er traut seinen
Ohren nicht - zzzt - Noch einmal zieht er seinen Rechen über
die Stelle, - jetzt traut er seinen Augen noch weniger, eine glitzernde
Metallspitze kommt zum Vorschein.
"Vater chom gschwind, öppis Glänzigs" so
ruft Sohn Johannes ganz aufgeregt. Vater Meier, verärgert
über diese Störung durch seinen Sohn, aber doch gwundrig,
will sich die Sache ansehen. Auch er traut seinen Augen nicht.
- "Das kann doch nicht möglich sein! - Das kann doch
nicht wahr sein! - Die Spitze eines Kirchturms im Laub!"
Das denkt und ruft Vater Meer erstaunt. Gemeinsam, Vater und
Sohn, graben sie tiefer. Meier hat richtig vermutet. Zuerst die
Spitze, dann der Kirchturm, die Kirche mit dem Wappenschild Osterfingen
über dem Portal und ein ganzes Dörflein. All das finden
sie im Haartel, die fleissigen Laubsammler von Neunkirch.
Darum, scharren Sie mit an der Geschichte, an der Gegenwart
und erst recht an der Zukunft von Osterfingen. Ein Fund ist Ihnen
gewiss!

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